Mit Fotofiltern lässt sich die Belichtung schon im Moment der Aufnahme perfektionieren. In Teil 2 unserer Serie zeigen wir Ihnen, wie sich die Objektivaufsätze kombinieren lassen.

Intro

Im vorigen RINGFOTO-Magazin haben wir Ihnen die theoretischen Grundlagen der Filterfotografie vorgestellt. Sie haben die unterschiedlichen Filtertypen im Detail kennengelernt und erfahren, wie sie sich auf das Bildergebnis auswirken. In dieser Ausgabe wollen wir nun einen Schritt weitergehen und Ihnen die praktische Anwendung der Filter zeigen.

Mit den NiSi-Filtern hat Ihr Fotohändler seit Kurzem eine ganze Familie mit hochwertigen Rechteckfiltern im Angebot, die gegenüber anderen Systemen ähnlicher Qualität wesentlich preisgünstiger sind. Das Besondere dieser professionellen Fotofilter im Vergleich zu der runden Variante ist, dass sie sich perfekt auf das jeweilige Motiv ausrichten lassen. Und nicht nur das: Durch die Kombination mehrerer Filter können Sie die Belichtung schon vor der Aufnahme optimal ausbalancieren und sparen so wertvolle Zeit bei der Nachbearbeitung der Bilder am Computer. So optimieren die Filter nicht nur die Bildqualität, sondern bringen insgesamt mehr Freude an der Fotografie.

EINFACHER EINSTIEG

Um Ihnen den Einstieg in die Filterfotografie so anschaulich wie möglich zu gestalten, zeigen wir Ihnen auf den folgenden Seiten mehrere Vorher-Nachher-Bilder mit detaillierten Angaben zu den bei der Aufnahme verwendeten Filtern. Die Bilder stammen von dem Koblenzer Fotografen Frank Leinz, der NiSi-Filter seit Jahren mit großem Erfolg in der Landschaftsfotografie einsetzt. Er hat mit der Fotografie in seinen Urlauben begonnen und anfangs vor allem typische Reiseund Tieraufnahmen gemacht. Irgendwann habe sich sein Schwerpunkt dann mehr und mehr auf die Landschaftsfotografie verlagert, erzählt er im Interview. „Wenn man diese Art der Fotografie beginnt, realisiert man recht schnell, dass man eigentlich nur zwei Möglichkeiten hat, um dem Kontrastumfang der meisten Motive gerecht zu werden“, so Leinz. „Entweder man macht mehrere Belichtungen, um die Details sowohl in Tiefen, Mitteltönen und Lichtern aufzuzeichnen, und rechnet diese Einzelaufnahmen dann später zusammen. Oder aber man benutzt Verlaufsfilter, um die Kontraste direkt beim Fotografieren anzugleichen.Den Umgang mit den unterschiedlichen Filtern hat sich Leinz selbst beigebracht. Nachdem er sich die Theorie angelesen hatte, übte er den praktischen Einsatz der Filter auf Fototouren mit zwei guten Freunden, Chantal Lichtenberg und Daniel Schuhmacher, die ebenfalls die Filter von NiSi einsetzen. „Ich habe über die Jahre diverses Equipment ausprobiert; und so kommt man irgendwann unweigerlich an den Punkt, dass man seine persönliche Grundausrüstung zusammenhat. Natürlich wechsle ich immer mal wieder einen Teil der Ausrüstung, das betraf zum Beispiel auch die von mir verwendeten Polarisations- und Graufilter.“

VERSCHIEDENE GRÖSSEN
Zum Einsatz kommen die NiSi-Produkte vor allem bei Landschaftsaufnahmen. „Dabei ergeben sich fast immer Situationen, in denen ich Filter verwende, da meistens der Himmel abgedunkelt werden muss, um eine bessere Verteilung der Helligkeit im Bild zu erzielen“, so Leinz. Wenn er auf Tour geht, hat er normalerweise ein ganzes Filtersortiment in seiner Fototasche. Je nach Bedarf nutzt er entweder das 100er- oder das 150er-System, also Filterplatten mit einer Breite von zehn oder fünfzehn Zentimeter.

Zur Standardausrüstung von Leinz zählen aktuell die Graufilter ND8 (0.9), ND16 (1.2) und ND64 (1.8) sowie die Grauverlaufsfilter GND8 Hard, GND8 Soft und GND8 Reverse. Die Zahlenkürzel beziehen sich auf die Neutraldichte (ND) der Filter, weisen also darauf hin, wie viel Licht die jeweilige Variante passieren lässt. Beispielsweise reduziert ein ND8-Filter die Lichtmenge um drei, ein ND64-Filter um sechs und ein ND1.000-Filter sogar um zehn Blendenstufen. Sofern man die Belichtung nicht entsprechend anpasst, wird das Bild also mehr oder weniger stark abgedunkelt. Dieser Abdunklungseffekt ist bei Grauverlaufsfiltern erwünscht, es sollen ja bestimmte Bildbereiche ganz gezielt weniger hell wiedergegeben werden. Bei Graufiltern wird die insgesamt geringere Lichtmenge hingegen durch eine längere Belichtungszeit kompensiert: Beträgt die Verschlusszeit ohne Filter 1/125 Sekunde verlängert sie sich mit den genannten Filtern auf 1/15 Sekunde (ND8), auf 1/2 Sekunde (ND64) oder sogar auf 8 Sekunden (ND1.000).

KONTRASTE STUDIEREN
Da in der Bildbearbeitung heute extrem viel möglich ist, mag sich der eine oder andere Leser jetzt vielleicht die Frage stellen, ob klassische Fotofilter heute überhaupt noch eine Daseinsberichtigung haben. „Bei vielen Aufnahmen ist bei vernünftiger Belichtung eine ausschließlich digitale Entwicklung ausreichend“, sagt Leinz. „Doch bei anspruchsvolleren Lichtsituationen kommt man in der Natur- und Landschaftsfotografie nicht ohne Fotofilter aus. Der Effekt von Langzeitbelichtungen lässt sich ohne Filter praktisch gar nicht oder nur mit einem immensen Zeitaufwand am Computer erzielen.“

Doch von der Bearbeitung einmal abgesehen, für Leinz geht von der Filterfotografie noch ein ganz anderer Reiz aus: „Fotografisch ist es einfach unheimlich befriedigend, wenn ein Bild direkt nach der Aufnahme schon fast perfekt ist und genau so aussieht, wie man es sich vorstellt.“

Die Vorteile des NiSi-Filtersystems
Die NiSi-Qualitätsfilter werden aus hochwertigem optischen Glas gefertigt und für eine optimale Bildschärfe auf beiden Seiten geschliffen und poliert. Mehrfachvergütungen verhindern Reflexionen und sorgen für eine hohe Farbtreue. Durch eine wasser- und ölabweisende Nanobeschichtung sind die Filter zudem weniger anfällig für Kratzer. Erhältlich sind Grau-, Grauverlaufs- und Polarisationsfilter in vier Größen von 70 × 70 Millimeter bis 180 × 180 Millimeter. Die Filterhalter erlauben es, mehrere Filter zu kombinieren, etwa zwei Grauverlaufsund einen Polfilter. Außerdem gibt es Spezialhalterungen für Ultraweitwinkelobjektive ohne Filtergewinde.

GrauverlaufDurch die Kombination eines weichen und eines harten GND8 Verlaufsfilters lässt sich der Abdunklungseffekt einerseits verstärken, zugleich jedoch auch optimal an das Motiv anpassen. So können die Filter zum Beispiel leicht gegeneinander verschoben werden, um einen besonders weich abgestuften Verlauf zu erzielen.

Schritt für Schritt zum perfekten Bild:
1 Das erste Foto zeigt die Szene so, wie sie die Kamera ohne Filter aufnimmt. Für das Ultraweitwinkelobjektiv Samyang 14 mm f/2,8 gibt es einen speziellen Filterhalter. 2 Ebenfalls ohne Filter, aber korrigiert mit PTLens. Der Effekt der Software ist erkennbar an der jetzt gerade verlaufenden Horizontlinie. 3 Der weiche Verlaufsfilter GND8 Soft bringt bereits eine gute Abdunklung des Himmels. 4 Der harte Verlaufsfilter sorgt schließlich für die dramatische Stimmung am Himmel.