Das richtige Zubehör

Für die Makrofotografie empfiehlt es sich, einen Fernauslöser und ein Stativ dabeizuhaben. Wer sich kein Makro-Objektiv leisten will, kann einen Retroadapter einsetzen.

Intro

Verwacklungen minimieren
Mit einem Fernauslöser werden Verwacklungen und ungewolltes Verrücken der Kamera vermieden. Beim Triggertrap Mobile wird die Kamera per Kabel mit dem Smartphone verbunden und von dort aus per App gesteuert. Triggertrap bietet diverse Möglichkeiten der Fernauslösung, zum Beispiel komplexe Zeitraffermodi

Stativ nicht vergessen!
Um Verwacklungen zu vermeiden, ist bei längeren Belichtungszeiten ein Kamerastativ unverzichtbar. Vor allem in der Makrofotografie, bei der es auf jede Blendenstufe mehr ankommt. Ein sehr gutes Gesamtpaket bietet das 190XPro3 von Manfrotto. Das Aluminium-Dreibein-Stativ mit drei Segmenten und einer Arbeitshöhe von neun bis 160 cm ist mit seiner um 90 Grad umlegbaren Mittelsäule perfekt für Makros geeignet. Mit einem Gewicht von zwei Kilo ist es auch nicht allzu schwer

Objektive für Makro
Mithilfe eines Retro- Adapters funktionieren Sie Ihr Objektiv zu einer Makro-Optik um. Wenn Sie mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten, ist eine lichtstarke Festbrennweite von Vorteil.

Köstliche Verführung

Hier gilt das Motto: Je frischer, desto bestechender! Für das Shooting sollten Sie reichlich unbeschädigtes Obst zur Hand haben. Wenn die Frische fehlt, kippt das ganze Bild.

Erdbeere

Tipp 1: Die richtige Obstsorte
Grundvoraussetzung ist, möglichst makellose Ware zu erstehen. Natürlich eignet sich nicht jede Frucht für jeden Aufbau. In Scheiben geschnitten, auf eine milchige Plexiglasscheibe aufgeklebt und von hinten beleuchtet, das ist etwas für eine Kiwi. Eine Banane dagegen lässt sich mit dieser Aufnahmemethode nicht inszenieren. Und anders als die Erdbeere übersteht eine reife Brombeere den wiederholten Sturz ins Wasser nicht ohne Blessuren, wovon dann der tief purpurne Schweif kündet, den sie hinter sich herzieht. Scheiben von Zitrusfrüchten wie Orange, Limette oder Zitrone halten einer solchen Situation eher stand.

Tipp 2: Für Glanzeffekt sorgen
Bei glatten Oberflächen wie bei einer Kirsche empfiehlt es sich, die Frucht vorab behutsam zu polieren. Einen verstärkten Glanz erzielt man mit Haar- oder Glanzspray. Auch Handcreme eignet sich dafür. Bei der Dosierung ist Vorsicht geboten: Weniger ist oft mehr.

Tipp 3: In Scheiben geschnitten
Zum Aufschneiden der Früchte empfiehlt es sich, ein möglichst scharfes, nicht gezacktes Obstmesser zu verwenden, um eine saubere, akkurate Schnittkante hinzubekommen. Soll die Scheibe ins Wasser plumpsen, darf sie etwas dicker geschnitten sein. Bei der Gegenlicht- Methode gilt: Je dünner die Scheibe, desto schöner durchdringt sie das Licht.

Tipp 4: Tricks zum Scharfstellenn
Bei zu wenig Kontrast kommt es vor, dass der Autofokus versagt und man manuell scharf stellen muss. Wenn sich dies als schwierig erweist, können Sie sich mit einer dünnen Nadel oder einem Preisschild mit Barcode behelfen, um darauf scharf zu stellen. Bedenken Sie, dass die Schärfeebene auf dem Aufnahmeobjekt liegen sollte. Wenn Sie das verwendete Hilfsmittel nur vor dem Objekt platzieren können, müssen Sie in jedem Fall minimal korrigieren und die Schärfe anschließend per Probeschuss überprüfen.

Tipp 5: Das Prinzip „Lichtdouble“
Mithilfe eines „Lichtdoubles“ können Sie alle Einstellungen an Ihrer Kamera in Ruhe erarbeiten. So wird bei Blaubeeren, die in einem Schüsselchen angerichtet sind, erst nach der erfolgreichen Testaufnahme das Schälchen gegen frische Ware ausgetauscht. Wenn es zu Änderungen im Aufbau kommt, sollte der abschließende Kontrollblick der Schärfe im Bild gelten. Denn bei kurzen Aufnahmedistanzen genügen schon kleinste Verlagerungen des Objekts, und schon ist die Schärfeebene verrutscht.

Tipp 6: Beugen Sie Verwacklungen vor
Viele höherwertige Kameras können vom Computer aus gesteuert und ausgelöst werden (Tethered Shooting). Dies kann man zum Vermeiden von Verwacklungen nutzen. Ein weiterer Vorteil: Das Motiv lässt sich hinsichtlich Schärfe und Belichtung auf dem Computermonitor besser beurteilen.

Tipp 7: Frische-Effekt erzeugen
Mit dem Auftragen von Wassertropfen lässt sich bei Früchten die Anmutung leckerer Frische gezielt verstärken. Verwenden Sie einfach einen Blumensprüher oder tragen Sie gezielt Wassertropfen auf das Obst auf. Während des Shootings sollten Sie Früchte, die Sie gerade nicht benötigen, im Idealfall im Kühlschrank aufbewahren. Denn je frischer die verwendeten Früchte aussehen, desto ansprechender werden Ihre Aufnahmen wirken. Wenn das Obst dagegen ungekühlt auf seinen Auftritt wartet, büßt es oft unerwartet schnell sein frisches Aussehen ein – wodurch auch die Bilder an Brillanz verlieren.

Blütengeheimnisse

Blumen sind ein wunderbares Motiv für Makrofotos. Ob drinnen oder draußen – nehmen Sie einen Blumensprüher mit! Mit ein paar Wassertropfen geben Sie Ihren Fotos den letzten Schliff.Blüte

Tipp 1: Kräftige Farben
Mithilfe eines Polfilters lassen sich Reflexionen reduzieren und man erhält sattere Farben. Die Filter sind in unterschiedlichen, dem Objektivgewinde entsprechenden Durchmessern erhältlich. Die Wirkung können Sie durch Drehen verändern: Je nach Filterposition werden mehr oder weniger Reflexionen herausgefiltert. Bedenken Sie, dass der Filter einiges an Licht schluckt und Sie für die gewünschte oder benötigte Blenden- und Zeiteinstellung eventuell den ISO-Wert erhöhen müssen.

Tipp 2: Tageslicht nutzen“
Der geringen Aufnahmedistanz wegen braucht man bei der Makrofotografie viel Licht. Da die Mittagssonne für starkes, aber ziemlich hartes Licht sorgt, ist sie eher ungeeignet. Ihr hohes Lichtangebot lässt sich aber dennoch nutzen: Setzen Sie einfach ein Stück von einem ausreichend lichtdurchlässigen Duschvorhang als Filter ein. Schon wird aus dem harten Licht eine diffuse Lichtquelle. Wer am Vor- oder Spätnachmittag fotografiert, kommt dank des Sonnenstandes ohne Hilfsmittel zu weichem Licht.

Tipp 3: Schatten aufhellen
Im Freien sind Lichtrichtung und Lichtstärke durch die Sonne vorgegeben. Störende harte Schatten lassen sich nur mit Hilfsmitteln vermeiden. Aufhellreflektoren helfen dabei, dunkle Bereiche abzumildern. Im Fachhandel sind leichte, zusammenfaltbare Reflektoren in verschiedenen Größen erhältlich. Man kann notfalls aber auch weiße Pappe oder Styroporplatten einsetzen. Achten Sie darauf, dass die schattige Motivseite nicht mehr als eine Blendenstufe dunkler ist.

Tipp 4: Ausleuchtung mit Ringleuchte
Eine schattenfreie Ausleuchtung erreichen Sie mit einer ringförmigen Lichtquelle. Diese erzeugt im Gegensatz zu Aufsteckblitzen ein weiches, diffuses Licht. Das Gerät wird direkt an das Objektiv angesetzt und durch ein Synchronkabel mit der Kamera verbunden. Alternativ können Sie Ihr Blitzgerät mit einem aufsteckbaren Ringblitzadapter versehen.

Tipp 5: Kreative Unschärfe
Mit einem kleinen Blendenwert, sprich einer großen Blendenöffnung, wird die Tiefenschärfe verringert. Es gelangt mehr Licht auf den Sensor. Dadurch lässt sich die Belichtungszeit verkürzen, die ISO-Einstellung nach unten korrigieren oder bei Einsatz eines Filters das Lichtdefizit ausgleichen. Für die Gestaltung von Makromotiven ist ein kleiner Blendenwert besonders wertvoll, da die Schärfe je nach Perspektive auf dem Bildbereich liegt, der betont werden soll. Der Hintergrund dagegen hüllt sich in Unschärfe, wodurch eine Tiefenwirkung entsteht.

Tipp 6: Spiegelvorauslösung Auch wenn die Kamera auf einem Stativ steht, sind Verwacklungsunschärfen nicht auszuschließen. So spielt die minimale Erschütterung beim Umklappen des Spiegels einer DSLR gerade bei Makroaufnahmen durchaus eine Rolle. Vermeiden lässt sie sich durch die Spiegelvorauslösung: Der Spiegel klappt beim ersten Drücken des Auslösers hoch. Erst beim nochmaligen Auslösen wird die Aufnahme belichtet. Allerdings verfügt nicht jede DSLR über diese Funktion. Alternativ lassen sich Verwacklungen über die Selbstauslöser-Funktion vermeiden. Meist kann man zwischen verschiedenen Verzögerungszeiten wählen.