Das sollten Sie einstellen:

Neue Kamera? Dann bitte nicht gleich losknipsen. Nehmen Sie erst in Ruhe die Grundeinstellungen vor, dann klappt es auch mit tollen Fotos.

1. Beste Bildqualität wählen

Wählen Sie das unkomprimierte RAW-Format, das die Bearbeitung später leichter macht. Um Bildrauschen zu minimieren, halten Sie den ISO-Wert zwischen 100 und 400.

2. Der ideale Belichtungsmodus

DSLRs und DSLMs bieten die vollautomatische oder die manuelle Belichtungssteuerung. Dazwischen gibt es zwei Halbautomatiken: Verschlusszeit- und Blendenautomatik.

3. Messmethode wählen

Die Mehrzonenmessung berücksichtigt das komplette Motiv. Die mittenbetonte Messung und die Spotmessung orientieren sich an den zentralen 60 bzw. 5 Prozent des Sucherbildes.

4. Blende und Verschlusszeit

Die Blende bestimmt die Lichtmenge und die Schärfentiefe. Die Verschlusszeit regelt die Belichtungsdauer und damit auch, ob ein sich bewegendes Motiv scharf abgebildet wird.

5. Autofokus und Betriebsart

Wählen Sie zwischen Einzel-AF für statische Motive und kontinuierlichem AF für bewegte Objekte. Die Kamera kann Einzelbilder oder mehrere Fotos in schneller Serie aufnehmen.

6. Knipsen Sie ein Testbild

Auf dem Display überprüfen Sie Belichtung, Schärfe und Rauschen der Testaufnahme. Sind Sie nicht zufrieden? Dann ändern Sie einfach die Einstellungen. Machen Sie ein weiteres Testbild.

Kamera besser kennenlernen

Wenn Sie mit automatischen Einstellungen fotografieren, werden Sie immer ähnliche Bildergebnisse erhalten. Wollen Sie mehr? Dann übernehmen Sie selbst die Kontrolle.

Gitterlininen

1. Auto (grünes Rechteck)
Dies ist der einfachste Modus mit minimalen Eingriffsmöglichkeiten. Die Spiegelreflexkamera wird in diesem Modus quasi zu einer Kompaktkamera, die Belichtung, Blende und Verschlusszeit vollautomatisch regelt.

2. Programm (P)
Hier werden Blende und Verschlusszeit automatisch eingestellt. Sie haben jedoch Kontrolle über den ISO-Wert, die Belichtungskorrektur und andere Einstellungen, sodass Sie die meisten Parameter der Kamera jederzeit noch korrigieren können.

3. Blendenautomatik (S/TV)
Dieser Modus funktioniert ähnlich wie die Zeitautomatik. Hierbei wählen Sie die Verschlusszeit, die Kamera sucht die passende Blende dazu. Wählen Sie eine kurze Verschlusszeit für bewegte Objekte oder eine lange Belichtungszeit für Bewegungsunschärfe.

4. Verschlusszeitautomatik (AV)
In diesem halb automatischen Modus wählen Sie die Blende, mit der Sie die Aufnahme beeinflussen, zum Beispiel um einen unscharfen Hintergrund zu erzielen. Die Kamera wählt dann die Verschlusszeit für die korrekte Belichtung.

5. Manuell (M)
Im manuellen Modus besitzen Sie die volle Kontrolle über alle Aufnahme-Parameter. Sie stellen sowohl die Blende als auch die Verschlusszeit ein, als Hilfe zeigt Ihnen die Belichtungsanzeige im Sucher (oder auf dem LCDMonitor) an, ob Ihre Aufnahme korrekt belichtet ist. Der Bulb-Modus ermöglicht Langzeitbelichtungen für Verschlusszeiten von über 30 Sekunden und eignet sich somit ideal für Nachtaufnahmen. In diesem Modus belichtet die Kamera genau so lange wie Sie den Auslöser gedrückt halten.

Experten-Tipp: Weißabgleich

Der automatische Weißabgleich kann einen unerwünschten Nebeneffekt haben. Weil die Kamera versucht, Farbstiche im Bild auszugleichen, verschwinden auch attraktive Lichtstimmungen wie zum Beispiel bei einem Sonnenuntergang. Um die Brillanz solcher Motive im Bild festzuhalten, wählen Sie besser eine Vorgabe wie „Wolken“ oder „Schatten“.

Dateiformat

Im Wesentlichen gibt es zwei Optionen:
JPEG oder RAW. Das JPEG-Format wurde für die digitale Fotografie geschaffen und gilt heute als Universal-Standard. Im Gegensatz dazu sind RAW-Dateien spezifisch für einzelne Hersteller und Modelle. Spezielle Bildbearbeitungsprogramme sind erforderlich, um sie zu öffnen, anzuzeigen und zu bearbeiten. Der Vorteil von RAW Aufnahmen liegt darin, dass die Bilder alle Informationen enthalten, die der Bildsensor einfängt. Ein JPEG dagegen wird leicht komprimiert, einige Details gehen also verloren. Sie können ein RAW-Bild mit Bearbeitungssoftware optimieren und zum Veröffentlichen ins JPEG-Format umwandeln.

ISO

Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit Ihrer Kamera. Für rauschfreie Bilder verwenden Sie am besten den niedrigsten ISO-Wert. Leider ist dies nicht immer möglich. Bei schlechten Lichtverhältnissen brauchen Sie eine lange Verschlusszeit, durch die das Bild verwackeln kann. Wenn Sie bereits mit der größten Blende fotografieren, ist die Erhöhung der Empfindlichkeit der einzige Weg, eine kürzere Verschlusszeit zu erreichen. Der Nachteil besteht darin, dass mit der Erhöhung der ISO-Zahl das Bildrauschen zunimmt. Bis mindestens ISO 400 oder 800 liefern moderne Spiegelreflex und Systemkameras aber weitgehend rauschfreie Ergebnisse.

Weißabgleich

Für die meisten Aufnahmesituationen ist der automatische Weißabgleich (AWB) durchaus geeignet. Es gibt aber Gelegenheiten, bei denen man sich nicht auf ihn verlassen sollte. Wenn Sie im Mischlicht oder im dunklen Schatten fotografieren, kann der automatische Weißabgleich einen Farbstich erzeugen. Wählen Sie für diese Fälle eine der Voreinstellungen Ihrer Kamera (etwa „Glühbirne“ oder „Wolken“), damit Ihre Bilder so aussehen, wie das menschliche Auge sie sieht. Wenn der Weißabgleich besonders wichtig ist (beispielsweise bei Porträts), sollten Sie im RAW-Format fotografieren, um Korrekturen später per Software vornehmen zu können.

Individual Funktionen

Wenn Sie zum ersten Mal durch das Individualfunktionen-Menü Ihrer Kamera scrollen, werden Sie angesichts der Menge und der Komplexität der Einstellungsmöglichkeiten überwältigt sein. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Passen Sie die Konfiguration an Ihre Bedürfnisse an, um schneller und eleganter zu arbeiten als mit den Standardeinstellungen. Bei teuren Kameras können Sie darüber hinaus die am häufigsten verwendeten Funktionen bequem über das Schnellzugriff-Menü aufrufen. Außerdem lassen sich den unterschiedlichen Aufnahmesituationen (zum Beispiel „Landschaft“ oder „Sport“) verschiedene Individualfunktionen zuweisen.

Kamerapflege

Beherzigen Sie diese sechs Tipps, und Ihre Kamera wird stets einsatzbereit und sauber bleiben.

Kamera-Pflege

1. Umhängegurt nutzen
Moderne Kameras sind recht robust, aber vor allem günstigere Modelle weisen nicht dieselbe Schlachtschiff-Qualität wie professionelle Kameras auf. Wenn ein Kunststoff-Kameragehäuse auf eine harte Oberfläche fällt, zerbricht es oft und einige der empfindlichen Innenteile brechen ab. Nutzen Siealso unbedingt den Umhängegurt!

2. Kamera säubern
Entfernen Sie zuerst Staub und Fusseln mit einem Objektivpinsel mit Blasebalg, und reiben Sie dann alles mit einem Mikrofasertuch ab. Säubern Sie Ihre Kamera nach jedem Trip an die Küste mit einem leicht feuchten Tuch, da die salzige Gischt sehr aggressiv sein kann.

3. Objektiv reinigen
Seien Sie besonders vorsichtig beim Reinigen der vorderen und hinteren Glaselemente des Objektivs. Nutzen Sie erst einen Objektivpinsel mit Blasebalg, um Partikel zu entfernen, die beim anschließenden Abwischen mit einem Tuch zum Zerkratzen führen könnten. Eventuell lohnt sich auch die Anschaffung eines Objektivreinigungsstifts.

4. Temperaturunterschiede
Starke Hitze kann der Kamera bleibende Schäden zufügen, lassen Sie diese also nicht in der Sonne liegen. Wenn Sie die Kamera von draußen in einen warmen Raum bringen, können Sie Kondensation so vermeiden: Versiegeln Sie die Kamera in einem Plastikbeutel, bevor Sie sie ins Haus bringen. So bildet sich die Kondensation nur außen am Beutel.

5. Objektiv wechseln
Schalten Sie die Kamera vor dem Objektivwechsel aus, da so statische Ladung vom Sensor entfernt wird, die Staub anziehen könnte. Schirmen Sie die Kamera vor Wind und Wetter ab, und haben Sie das zweite Objektiv griffbereit. Halten Sie die Kamera so, dass das Objektiv nach unten zeigt.

6. Sensor säubern
Zeigen sich in der Aufnahme störende dunkle Flecken, müssen Sie den Sensor reinigen (Funktion „Bildsensor-Reinigung“). Versuchen Sie, den Staub mit einem Blasebalg wegzupusten. Alternativ können Sie den Sensor professionell säubern lassen oder ein Sensor-Reinigungs-Set kaufen.

Im Überblick: Kamera-Zubehör

Es gibt jede Menge Hilfsmittel, für die man als SLR-Neuling viel Geld hinlegen kann. Wir stellen die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände vor, die sich wirklich lohnen.

Blitzgerät
Blitzgerät:
Für gute Blitzfotos müssen Sie in ein vernünftiges Blitzgerät investieren. Zwar gibt es Modelle von Drittanbietern, aber um alle Funktionen Ihrer Kamera nutzen zu können, legen Sie sich am besten ein Gerät vom selben Hersteller zu. Der Kopf sollte sich neigen und schwenken lassen, damit sich das Blitzlicht von Wänden und Decken reflektieren lässt. Dies reduziert harte Schatten.

Stativ
Stativ:
Dank Bildstabilisatoren und Vibrationsreduktions-Systemen der Objektive und Kameras sind Stative nicht mehr so unverzichtbar, wie sie es mal waren. Aber für Nachtaufnahmen, extreme Vergrößerungen oder besonders sorgfältige Bildkompositionen benötigen Sie nach wie vor ein Stativ. Das Spektrum ist riesig.

Fernauslöser
Fernauslöser:
Damit lässt sich auslösen, ohne die Kamera zu berühren und womöglich zu verwackeln. In Kombination mit einem Stativ können Sie auch Langzeitbelichtungen aufnehmen. Wählen Sie einen Fernauslöser mit Sperrfunktion, damit Sie während der Belichtung nicht die ganze Zeit den Finger auf dem Auslöseknopf lassen müssen. Fernauslöser sind kameraspezifisch, achten Sie also auf Kompatibilität.

Kameratasche
Kameratasche:
Ein weniger glamouröses, aber äußerst nützliches Accessoire ist eine schützende Tasche für Kamera und Zubehör. Rucksäcke sind ideal, wenn Sie längere Strecken zurücklegen, aber bei Schultertaschen kommen Sie schneller an Ihre Ausrüstung. Versuchen Sie, eine Tasche mit mehr Fächern zu finden, als Sie brauchen, da Ihre Ausrüstung bestimmt bald „hineinwachsen“ wird.

Speicherkarte
Speicherkarte:
Die meisten SLRs nutzen SD- oder Compact-Flash-Karten. Diese gibt es mit verschiedenen Speicherkapazitäten sowie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten. Karten mit schnellem Datentransfer kosten mehr, sind aber für RAW-Bilder, Serienaufnahmen und Full-HDVideos ein Muss.

Batteriehandgriff
Batteriegriff:
Der Akku so mancher neuen Systemkamera hält nicht so lange durch, wie man es sich eigentlich wünscht – was auch an den energiehungrigen, besonders großen LCDDisplays liegt. Ein Batteriegriff kann die Akkulaufzeit verdoppeln. Dieser versorgt die Kamera mit Energie aus zusätzlichen Akkus und bietet zudem oft praktische Extras wie einen Auslöse-Knopf für Aufnahmen im Hochformat.

Mikrofon
Mikrofon:
Wenn Sie mit Ihrer Kamera hochwertige Videos aufnehmen möchten, werden Sie bereits beim Kauf darauf geachtet haben, dass sie eine Mikrofon-Eingangsbuchse besitzt. Mit externen Mikros entstehen qualitativ bessere Tonspuren als mit dem integrierten Mikro. Es gibt inzwischen auch viele Mikrofone von Drittanbietern, die Sie auf den Zubehörschuh der Kamera stecken können.

Experten-Tipp: Beliebte Filter

Verwenden Sie einen UV- oder Skylight-Filter, um die Frontlinse Ihres Objektivs effektiv vor Kratzern zu schützen. Zudem gibt es drei weitere, bei Digitalfotografen beliebte Filter, deren Anschaffung sich lohnt: Der Zirkular-Polarisationsfilter minimiert Reflexionen von Wasser oder Glas und hebt weiße Wolken vor tiefblauem Himmel hervor. Mithilfe des Grauverlaufsfilters lässt sich die Belichtung von Landschaftsbildern harmonisch abstimmen. Das erweist sich als nützlich, wenn etwa der Himmel deutlich heller ist als die Landschaft darunter. Graufilter werden für Langzeitbelichtungen eingesetzt, zum Beispiel bei Nachtaufnahmen oder um bewegte Objekte (Fahrzeuge, fließendes Wasser usw.) mit einem dynamischen Verwisch-Effekt abzubilden.