Was ist eine RAW-Datei?

RAW Format

Die maximale Bildqualität erreichen Sie nur mit dem RAW-Format. Aber was genau ist eine RAW-Datei und was kann man damit machen? Wir zeigen es Ihnen.

1. Der Format-Unterschied: RAW gegen JPEG
Alle RAW-Dateien enthalten 12 Bit beschriebene Daten, die bei einer Aufnahme entstehen. JPEGs sind nur 8Bit groß. Die meisten Digitalkameras stellen 12Bit pro Kanal zur Verfügung. Insgesamt also 2¹²=4.096 mögliche Helligkeitsstufen pro Farbkanal. Je mehr Stufen es sind, desto mehr Bilddetails bekommen Sie. Wenn Sie im JPEG-Format aufnehmen, stehen Ihnen nur 28, also 256 „Informationen“ pro Farbkanal zur Verfügung, der Rest wird verworfen. Dadurch haben Sie weniger Bilddetails. RAW-Dateien geben Ihnen alle Informationen zu den Ton-/Farbreihen. Nach der Bearbeitung in ACR (Adobe CameraRaw, siehe unten) können Sie eine weitere Bearbeitung mit Photoshop wahlweise im 16- oder 8-Bit-Modus fortführen. Da die meisten Monitore nur auf 8Bit ausgelegt sind, werden Sie aber keinen Unterschied bemerken. Es macht nur Sinn, die Bilder mit 16 Bit zubearbeiten, wenn Sie eine wirklich ausführliche Bearbeitung vornehmen möchten. Erst nach der Bearbeitung sollten Sie auf 8Bit wechseln. Denn haben Sie das Bild einmal in 8Bit konvertiert, gehen die restlichen Daten verloren. Eine Rückumwandlung zu 16 Bit holt die verlorenen gegangenen Daten nicht zurück.

2. Die Bearbeitung von RAW-Bildern
Um RAW-Bilder am Rechner zu entwickeln, ist ein „RAW-Konverter“ erforderlich. Denn nicht jede Software, die JPEGs anzeigt, kommt auch mit Rohdaten zurecht. Der Grund: Jeder Kamerahersteller setzt auf ein proprietäres RAW-Format. Von CR2 über NEF bis hinzu RAW und ORF–ganz schön kryptisch. Die gute Nachricht: Im Lieferumfang RAW-fähiger Kameras befindet sich immer eine Software, die mit den Dateien umgehen kann. Die schlechte Nachricht ist, dass diese Programme häufig bediener unfreundlich und nicht sonderlich leistungsstark sind. Aber es gibt professionelle Hilfe.

3. Software von Drittanbietern bietet mehr Funktionen
Konverter von Drittherstellern bieten in der Regel deutlich mehr Werkzeuge, wie z. B. Adobe Camera Raw. Dieses Programm unterstützt zu dem die RAW-Formate mehrerer Hersteller. Der Konverter ist bequem zu bedienen und kann den höheren Kontrastumfang der RAW-Daten voll ausreizen. Mit dem RAW-Modul– es kann seit Photoshop CS3/Elements 5 sogar JPEGs bearbeiten –erledigen Sie grundlegende Belichtungs- und Farbkorrekturen und übergeben das Bild für den Feinschliff mit hilfe von Ebenen, Masken und anderen Funktionen an Photoshop und Co.

Belichtung und Kontrast

Belichtung und Kontrast

Bildfehler korrigieren

Camera Raw kann Kamera- und Fotofehler beseitigen. Dazu gehören etwa Rote-Augen-Korrektur, Horizont ausrichten oder Schärfen. Hier ein Überblick über die Funktionen von CameraRaw.

Schärfen in Camera Raw
Im Reiter -Details- können Sie das Bild schärfen. Die Regler arbeiten ähnlich wie -Unscharf maskieren- oder -Selektiver Scharfzeichner- in Adobe Photoshop. -Stärke- regelt, wie stark der Effekt angewendet wird, -Radius-, wieviele Pixel auf jeder Seite einer Kante geschärft werden. Weniger ist mehr, denn Bilder mit vielen Details profitieren von geringeren Radius-Werten. Ansonsten machen sich störende Halo-Effekte im Bild bemerkbar.

Das Gerade-Ausrichten-Werkzeug
Sie können ein Foto in CameraRaw mit einem einzigen Arbeitsschritt beschneiden und ausrichten. Suchen Sie eine Linie im Bild, die eigentlich gerade sein sollte, wie zum Beispiel ein Horizont. Eine solche Linie kann auch vertikal verlaufen wie etwa eine Hausmauer. Aktivieren Sie das »Gerade-ausrichten-Werkzeug« aus der Toolbar und ziehen Sie es an der Linie entlang, die später gerade sein soll. Dann richten Sie das Bild mit den Anfassern aus.

Sensorflecken beseitigen
Mit »Bereichsreparatur« rücken Sie Flecken im Bild zu Leibe, wie etwa Staub auf dem Sensor sie ins Bild bringt. Aktivieren Sie das Werkzeug und ziehen Sie einen Kreis um den Fleck. Sie sehen einen grünen Ring, aus dem Pixelin den roten Ring über dem Fleck kopiert werden. Sie können die Ringe verschieben, den Druckmesser und die Deckkraft anpassen. Da Flecken meist auf jedem Foto auftauchen, übertragen Sie die Korrektur auf alle Bilder.

Rauschen reduzieren
CameraRaw bietet in der Palette »Details« fünf Regler, mit denen sich der Rauschfilter an das Bild anpassen lässt. Weil Farbrauschen sich mehr aufdrängt als Helligkeitsrauschen, sind »Farbe:25« und »Farbdetails:50« voreingestellt. Die Luminanz-Regler stehen auf »0«. Meist reichen diese Einstellungen aus,setzen Sie den Rauschfilter nur behutsam ein. Denn mit der Rauschreduzierung gehen auch Schärfe und Zeichnung verloren.

RAW-Dateien speichern

Das Original können Sie in Camera Raw nicht überschreiben. Was also tun?

Nachdem eine Datei in Camera Raw bearbeitet ist, haben Sie vier Optionen: »Bild öffnen« rechnet die Änderungen ins Foto und öffnet das bearbeitete Bild in Photoshop oder Elements. »Fertig« speichert die neuen Einstellungen und schließt die Datei. Wenn Sie auf »Bild speichern« klicken, können Sie eine Kopie der Datei als DNG, JPEG, TIFF oder PSD speichern, sofern CameraRaw unter Photoshop läuft. Mit »Abbrechen« wird die Datei geschlossen, ohne dass Ihre Änderungen gespeichert werden. Spannend wird es, wenn Sie dabei die [Alt]-Tastedrücken –dann ändern sich nämlich drei dieser vier Optionen. »Abbrechen« wird zu »Zurücksetzen«: Allein dieser Sitzung vorgenommen Änderungen werden rückgängig gemacht. »Kopie öffnen« lädt die Datei in Photoshop, ohne dass die in Camera Raw vorgenommenen Änderungen in den RAW-Einstellungen gespeichert werden. »Bildspeichern« tut das, was der Name sagt, aber dieses Mal werden die Speicheroptionen übergangen und die zuletzt verwendeten Einstellungen genutzt. Der Dateiname wird dabei um eine Nummer oder einen Buchstaben erweitert. Welches Format ist nun das beste? Digital Negative (DNG) ist eher ein Archivformat. JPEG, TIFF und Photoshop PSD sind editierbare Bildformate.Das heißt, alle gängigen Bildprogramme können diese Formateöffnen und bearbeiten. Das JPEG-Format ist jedoch verlustbehaftet, da die Datei möglichst klein bleiben soll. Sie können die Stärke der Komprimierungzwischen »0« und der maximalen Komprimierung »12« wählen.

Wie speichere ich meine RAW-Dateien zukunftssicher?

Leider gibt es keine Garantie,dass RAWs künftig mit Photoshop oder andere Software noch mit allen kommenden Windows- oder Mac-OS-Versionen ausgelesen werden können. Welches Format wird in der Zukunft unterstützt? Adobe DNG ist eine Möglichkeit, da es alle RAW-Vorteile bietet und für alle Formate gilt. Von der Adobe-Website lässt sich ein DNG-Konverter laden. JPEG und TIFF sind aber vermutlich die zukunftssichersten Formate.

Die Oberfläche von Adobe Camera Raw

Screenshot Camera Raw

Adobe CameraRaw hat eine ganze Reihe von Werkzeugen in petto. Entwickeln Sie damit die Farbe und Belichtung Ihrer Aufnahme genau so,wie Sie es sich vorstellen.

1. Versionsnummer
Oben links im Fenster sehen Sie die Versionsnummer von Camera Raw sowie– falls Sie eine RAW-Datei geöffnet haben– die Bezeichnung Ihres Kameramodells.

2. Filmstreifen
Wenn Sie mehrere Dateien auf einmal öffnen, werden diese als Filmstreifen angezeigt. Sie können ein Bild entwickeln und die Änderungen auf alle anderen Bilder übertragen.

3. Speicheroptionen
In den »Speicheroptionen« legen Sie beispielsweise das Format oder den Ordner zum Speichern der Bilddaten fest.

4. Arbeitsablauf
Hier öffnen Sie die »Arbeitsablauf-Optionen«. In Photoshop Elements können Sie nur die Farbtiefe einstellen.

5. Zoom
Mit dem Listenfeld oder den Plus- und Minus-Buttons zoomen Sie hinein oder aus dem Bild heraus. Einige Effekte rechnet CameraRaw nur bei 100-Prozent-Ansicht ins Bild.

6. Zoom- und Hand-Werkzeug
Zoomwerkzeug und »Hand-Werkzeug« sind Ihnen bereits aus Photoshop und Elements bekannt. Sie lassen sich sogar mit den gleichen Tasten kürzeln –[Z] und [H] –aufrufen.

7. Weißabgleich-Pipette
Die Weißabgleich-Pipette entfernt per Mausklick Farbstiche. Mit dem »Farbaufnahme-Werkzeug« behalten Sie die Farbwerte von wichtigen Punkten auf dem Radar.

8. Selektive Anpassung
Selektive Anpassung« kann ebenso wie ein Maskierungswerkzeug Änderungen auf einen Bildbereich beschränken. Das »Freistellungswerkzeug« zeigt den Beschnitt an, beschneidet das Bild aber erst, wenn Sie auf »Bild öffnen« klicken.

9. Gerade-Ausrichten-Werkzeug
Kippt der Berg nach links oder rechts? Um den Horizont zu begradigen, ziehen Sie das »Gerade-Ausrichten-Werkzeug« an einer Linie entlang, die eigentlich gerade sein sollte.

10. Bereichsreparatur
Die »Bereichsreparatur« entfernt Kratzer und kleinere Flecken. Das Werkzeug »Rote-Augen-Korrektur« macht, was der Name vermuten lässt und behebt die häufig durch Blitzlicht verursachten roten Augen.

11. Korrekturpinsel
Die Werkzeuge »Korrekturpinsel« und »Verlaufsfilter« lassen sich ebenfalls lokal, also auf bestimmte Bildbereiche beschränkt auftragen. Alle diese lokalen Werkzeuge haben mit der Version 5 Einzug in CameraRaw gehalten.

12. Voreinstellungen
Klicken Sie auf da sMenü-Icon, um die Voreinstellungen zu öffnen. Hier können Sie dann festlegen, ob CameraRaw JPEG-Dateien standardmäßig öffnen soll.

13. Papierkorb
Wenn Sie Bilder im Filmstreifen-Modus geöffnet haben, markieren Sie mit einem Klick auf den Papierkorb das Bild zum Löschen.

14. Vorschau
In dem Sie die Vorschau aktivieren und deaktivieren, lässt sich das Bild mit und ohne Änderungen betrachten.

15. Exif-Daten
Hier werden die Exif-Daten angezeigt. Wenn Sie mit der Maus über das Bild fahren, liest CameraRaw links daneben die RGB-Werteder jeweiligen Pixelaus.

16. Regler
Folgen Sie der Reihenfolge der Regler, damit erzielen Sie meist gute Ergebnisse.

17. Histogramm
Das Histogramm zeigt die Tonwertverteilung an. Mit den kleine Dreiecken links und rechts aktivieren Sie die Clipping-Warnung.

18. Reglerkombinationen
Laden Sie hier das Einstellungsmenü, um einige Reglerkombinationen per Klick ins Bild rechnen zu lassen.

19. Namen
Die Symbole sind nicht sehr auf schlussreich. Fahren Sie mit der Maus darüber, um sich ihre Namen anzeigen zu lassen.