Portrait

Top-Zubehör fürs Blitzgerät

Der integrierte Blitz einer Kamera ist nicht ideal: Das Licht fällt immer direkt von vorne aufs Motiv und liefert noch dazu ein sehr hartes Licht. Während man das harte Licht durch ein Stück Butterbrotpapier oder ein Papiertaschentuch streuen kann, ist gegen die immer gleiche Richtung der Beleuchtung nicht viel zu machen. Aufsteckblitze hingegen sind auch nach oben neigbar und können zum Beispiel zum indirekten Blitzen über die Decke eingesetzt werden. Oft ist noch eine Streuscheibe (weitwinkligeres Licht) und manchmal auch ein kleiner Reflektor integriert. Blitzt man schräg nach oben gegen die Decke, sorgt der Reflektor (weiße Scheibe) für etwas direktes Licht und verhilft so zum Beispiel bei Porträts den Augen zu mehr Glanz. Mit ein paar zusätzlichen Hilfsmitteln gelingen Ihnen noch kreativere Fotos: Ein zweiter Blitz als zusätzliche Lichtquelle bringt mehr Spannung ins Bild. Oder Sie blitzen „entfesselt“ – mit einem nicht direkt auf der Kamera montierten Blitz, drahtlos oder per Kabel. Profis verwenden Infrarot oder einen Funk-Auslöser. Mit einem Reflektor können Sie zudem für weitere, spannende Lichteffekte sorgen.

Den Aufsteckblitz perfekt einstellen

Karges Display – das wirkt eher abschreckend. Doch auch wenn ein Aufsteckblitz längst nicht so komfortabel zu bedienen ist wie ein Kameramenü: Mit unseren Tipps ist das alles kein Problem.

Gallerie

1. Der richtige Modus
Wählen Sie den »TTL«-Modus: Infos zu Blende und Zeit bekommt der Blitz dann von der Kamera. Beim Zusammenspiel mit der Kamera-Automatik muss man sich eigentlich um keine weiteren Einstellungen kümmern. Doch diese Blitz-Automatik hat Grenzen. Behalten Sie deshalb auch die weiteren Punkte im Auge.

2. Der richtige Zoom-Faktor
Einmal auf Automatik gestellt, erhält der Blitz die Brennweiten-Info von der Kamera. Sie können den Wert aber auch gezielt verstellen (Anzeige im Display: »M-Zoom«). Eine größere Blitz-Brennweite führt zu einer möglicherweise fürs Bild sehr interessanten Abschattung zum Rand hin. Einfach mal ausprobieren.

3. Die richtige Distanz
Viele Blitze zeigen nicht an, welcher Bereich optimal ausgeleuchtet ist. Im Zweifel ausprobieren. Zu nah dran bedeutet zu hell („totgeblitzt“), zu weit weg ist zu dunkel. Je höher die ISO-Zahl, desto weiter reicht der Blitz. Und: Nehmen Sie bei Fotos mit Weitwinkel die Sonnenblende ab, sonst entstehen Schatten.

4. Die richtige Distanz
Die korrekte Intensität Oft ist der Blitz in der Automatik zu hell: Die zwar technisch korrekte Ausleuchtung zerstört die Atmosphäre und lässt das Bild unnatürlich wirken. Ein Herunterregeln der Blitzbelichtung kann das ausgleichen. Bei diesem Blitz geht das ganz schnell über die mittlere Taste (»Set«) und die Tasten [+] oder [-].

5. Besondere Einstellungen
Für viele Motive ist eine Blitzsynchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang besser: Bei längeren Verschlusszeiten wird der Blitz nicht zu Beginn abgefeuert, sondern erst am Ende der Belichtung. Die Bewegungen werden dann vor dem bewegten Motiv aufgezeichnet.

Warum ein Blitz auch bei Sonnenschein hilft

Ein Aufhellblitz lohnt sich nicht nur bei direktem Gegenlicht. Immer wenn sich die Person oder das Objekt im Vordergrund im Schatten befindet, verhilft ein moderat eingesetzter Blitz dem Bild zu mehr Strahlkraft. Wo ein Gegenblitz sonst noch hilfreich ist, lesen Sie hier.

Die Sonne im Haar
Wenn man nicht im Gegenlicht fotografiert, ist die Belichtung kaum problematisch. Aber auch dann ist zu einem leichten Aufhellblitz zu raten, der unschöne Schatten im Gesicht vermindert. Das ausdrucksstärkere Bild erhält man aber gegen die Sonne: So schöne Lichtreflexe wie hier im wehenden Haar bekommt man sonst nur mit sehr viel Aufwand hin.

Leuchtende Augen
Ohne Blitz wären die Augen hier nur noch schwarze Löcher. Zugegeben, sie könnten noch ein wenig mehr leuchten – allerdings würde das Bild mit stärkerem Blitz unnatürlicher wirken. Denn bei der Dosierung des Blitzlichtes müssen Sie darauf achten, dass die Intensität zur gesamten Bildaussage passt. Besonders bei einem ungekünstelten Porträt im Sommer.

Weichere Haut
Je heller, desto besser für die Haut. Auch hier gilt die alte Beauty-Regel „lieber eine Blende drüber“ in abgewandelter Form: Das zusätzliche Licht schwächt Hautunreinheiten ab und gibt der Haut mehr Frische.

Dramatik in der Dämmerung

Wenn es schon fast dunkel ist, kann man draußen Porträts kaum ohne zusätzliche Lichtquelle realisieren. Mit einem Blitz lässt sich die Belichtung von Vorder- und Hintergrund perfekt aufeinander abstimmen. Portrait vor Baum

Blitzen im Automatikmodus
Im »TTL«-Modus sorgt der Blitz in der Regel automatisch für eine ordentliche Belichtung des Vordergrunds. Wird die Blitzstärke manuell nach oben korrigiert, erhält man ein stärkeres Licht und damit einen helleren Vordergrund. Minus-Korrekturen schwächen den Blitz ab und lassen ihn so immer unauffälliger werden. Übrigens: Hartes Licht ist nicht immer schlecht! Hier passt es perfekt zum coolen Look des Bildes.

Belichtung auf die Wolken
Messen Sie die Belichtung auf den Hintergrund, wenn dieser später auch im Bild zu sehen sein soll. Um den Himmel blauer oder in diesem Fall die Wolken noch dramatischer erscheinen zu lassen, korrigieren Sie die automatische Belichtungsmessung ein wenig nach unten. Am besten einige Extraschüsse machen und die beste Belichtung erst später am PC auswählen.

Eine besondere Lichtstimmung

Ein Pferd an helllichtem Tag – ohne Blitz wäre hier ein gewöhnliches Bild entstanden. Wahrscheinlich ein Foto, das man hinterher gelöscht hätte, weil entweder der Himmel zu hell oder das Pferd viel zu dunkel wäre. Nicht hier: Die Belichtung ist manuell auf den Himmel eingestellt. In Kombination mit dem leicht heruntergeregelten integrierten Blitz erschafft das Licht dem Bild seine Wirkung – und sorgt für eine Stimmung, der man kaum mehr eine Tageszeit zuordnen kann. Der Glanz in den Augen des Pferdes ist allein dem Blitz zu verdanken.

Pferd